Kann man KI-Texte sicher erkennen?

Es ist interessant, dass du diesen Artikel gefunden hast und wissen möchtest, wie sich KI-Texte erkennen lassen. Doch warum beschäftigt uns dieses Thema überhaupt?

Immer mehr Texte werden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und veröffentlicht. Bei einem Sozial-Media-Anbieter sollen längere Texte zu mehr als 40 % von der KI stammen (Quelle: ➥ Artikel von Heise).

Und warum will man überhaupt wissen, ob der Text, den ich gerade lese, von der KI stammt?

Dieser Frage gehe ich nach und gebe dir Tipps, wie du KI-generierte Texte erkennen kannst. Ich gebe dir praktische Hinweise, auf welche Merkmale du achten solltest.

Zu viel solltest du allerdings nicht erwarten: Einen gut erstellten und überarbeiteten KI-Text sicher zu erkennen, ist schwierig und gelingt nicht immer.

(Letzte Aktualisierung der Seite: 19.07.26)
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Inhaltsverzeichnis

Was ist ein KI-Text | Warum KI-Texte erkennen | Typische Merkmale | Prüfen von Texten | KI-Detektoren | Fazit | Kommentare

Was ist ein KI-Text?


Schauen wir uns einmal an, was man unter KI-Texten verstehen kann:

Ein KI-Text ist ein Text, der ganz oder teilweise mit einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde. Dabei muss die KI nicht immer den vollständigen Inhalt geschrieben haben.

KI Bild: Roboter schreibt
Vollständig von der KI erstellt
Bei einem vollständig generierten KI-Text gibt eine Person nur das Thema oder eine kurze Anweisung vor. Die KI erstellt anschließend den gesamten Text.

Von der KI überarbeitet
Hier stammt der ursprüngliche Text von einem Menschen. Die KI verbessert anschließend zum Beispiel die Rechtschreibung, den Satzbau, den Schreibstil oder die Verständlichkeit. Je nach Umfang der Änderungen kann sich der fertige Text deutlich vom Original unterscheiden.

Mit Unterstützung der KI geschrieben
In diesem Fall dient die KI als Hilfsmittel. Sie schlägt Überschriften vor, erstellt eine Gliederung, liefert Formulierungen oder hilft bei einzelnen Abschnitten. Der größte Teil des Textes wird jedoch weiterhin von einem Menschen geschrieben und bearbeitet.

Die Grenzen zwischen diesen Formen sind fließend. Ein Text kann zunächst von einer KI erstellt, anschließend stark überarbeitet und mit persönlichen Erfahrungen ergänzt werden. Deshalb lässt sich später oft nicht eindeutig feststellen, welchen Anteil ein Mensch und welchen Anteil die KI hatte.

Warum möchten Menschen KI-Texte erkennen?


Hinter der Frage, ob ein Text von einer KI oder von einem Menschen stammt, steckt oft mehr als reine Neugier. Es geht um Vertrauen. Wenn ich einen Text lese, möchte ich wissen, wer hinter den Aussagen steht, wer Verantwortung dafür übernimmt und ob eigene Erfahrungen oder Überzeugungen eingeflossen sind.

Bei einem menschlichen Text vermute ich eine Person mit einer bestimmten Sichtweise, mit Wissen, Fehlern und Absichten. Bei einem KI-Text ist das anders. Die KI formuliert zwar verständlich und oft überzeugend, sie hat aber keine eigenen Erfahrungen und keine persönliche Haltung. Sie setzt vorhandene Informationen zu einem neuen Text zusammen.

Trotzdem macht die Herkunft allein einen Text nicht automatisch besser oder schlechter.

Ein menschlicher Text kann oberflächlich, falsch oder bewusst irreführend sein. Ein KI-Text kann dagegen hilfreich, verständlich und gut geprüft sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wer oder was den Text geschrieben hat, sondern wie sorgfältig er entstanden ist.

Die eigentliche Frage lautet also vielleicht nicht: Hat eine KI diesen Text geschrieben?

Wichtiger ist: ▼

Kann ich dem Inhalt vertrauen, sind die Aussagen nachvollziehbar und übernimmt ein Mensch die Verantwortung dafür?

Typische Merkmale von KI-Texten


KI-Texte lassen sich nicht an einem einzigen Merkmal erkennen. Meist ist es eine Kombination verschiedener Auffälligkeiten. Dabei solltest du beachten, dass auch Menschen sehr gleichmäßig, sachlich oder allgemein schreiben können.

Sehr gleichmäßiger Schreibstil
KI-Texte wirken häufig sprachlich sauber und gut lesbar. Die Sätze sind ähnlich aufgebaut, die Wortwahl bleibt über längere Abschnitte hinweg gleich und auch der Ton verändert sich kaum.

Viele allgemeine Aussagen
Beim genaueren Lesen fällt manchmal auf, dass viele Aussagen allgemein bleiben. Der Text erklärt ein Thema, nennt aber nur wenige konkrete Einzelheiten oder neue Gedanken.

Wiederholungen und ähnliche Satzmuster
KI-Systeme wiederholen gelegentlich dieselben Aussagen in leicht veränderter Form. Ein Gedanke wird zuerst erklärt, später noch einmal zusammengefasst und anschließend erneut als Fazit genannt.

Wenig persönliche Erfahrungen
Konkrete Details, kleine Beobachtungen, persönliche Zweifel oder ungewöhnliche Erfahrungen fehlen oft. Gerade diese Einzelheiten machen menschliche Texte glaubwürdig und individuell.

Auffällig klare Struktur
Viele KI-Texte sind sehr ordentlich aufgebaut. Sie beginnen mit einer Einleitung, enthalten mehrere Zwischenüberschriften, Aufzählungen und enden mit einer Zusammenfassung.

Fehler trotz überzeugender Formulierung
Eine KI kann falsche oder erfundene Informationen sehr sicher darstellen. Es klingt häufig sehr glaubwürdig, obwohl die Aussage nicht stimmt.

Auch wenn alle diese Merkmale auf einen Text zutreffen, kann der Text vollständig ohne Hilfe einer KI entstanden sein. Auch Menschen können sehr strukturiert, gleichmäßig und fehlerfrei schreiben. Besonders wenn sie über jahrelange Erfahrung verfügen. Tippfehler und sprachliche Ungenauigkeiten werden schon seit langem durch ein Korrekturprogramm oder eine Grammatikprüfung korrigiert. Und das war schon vor dem KI-Boom so.

Möglichkeiten zum Prüfen von KI-Texten


Wenn du vermutest, dass ein Text mit einer KI erstellt wurde, kannst du verschiedene Hinweise miteinander vergleichen. Eine einzelne Methode reicht meist nicht aus. Erst das Gesamtbild kann eine vorsichtige Einschätzung ermöglichen.

KI-Detektoren verwenden
KI-Detektoren untersuchen Texte auf sprachliche und statistische Muster. Am Ende zeigen sie meist eine Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Text von einer KI stammen könnte. Je nach Programm können die Einschätzungen deutlich voneinander abweichen.

Quellen und Fakten kontrollieren
Ein überzeugend formulierter Text kann trotzdem falsche Angaben enthalten. Deshalb lohnt es sich, genannte Zahlen, Namen, Zitate und Quellen zu überprüfen. Besonders auffällig sind Quellen, die nicht existieren oder deren Inhalt nicht zur Aussage passt.

Nach persönlichen Beispielen suchen
Persönliche Erfahrungen enthalten häufig konkrete und manchmal nebensächliche Einzelheiten. Allgemeine Aussagen wie „Ich habe gute Erfahrungen gemacht“ sagen dagegen wenig aus. Allerdings kann eine KI auch erfundene persönliche Erlebnisse formulieren.

Keine dieser Methoden liefert für sich allein ein zuverlässiges Ergebnis. Sinnvoller ist es, mehrere Hinweise zu verbinden und mit einem endgültigen Urteil vorsichtig zu sein.

KI-Detektoren: Wie zuverlässig erkennen sie KI-Texte?


KI-Detektoren sind Programme, die einen Text auf typische sprachliche und statistische Muster untersuchen. Sie prüfen zum Beispiel, wie vorhersehbar die Wortwahl ist, wie gleichmäßig die Sätze aufgebaut sind und ob einzelne Textstellen Ähnlichkeiten mit bekannten KI-Texten aufweisen. Anschließend zeigen sie meist einen Prozentwert oder eine Einschätzung wie „wahrscheinlich menschlich“ oder „wahrscheinlich KI-generiert“ an.

Ein KI-Detektor kann nicht sehen, wie ein Text tatsächlich entstanden ist. Er erkennt lediglich Muster und berechnet daraus eine Wahrscheinlichkeit. Irrtümer sind also möglich.

Das Ergebnis eines Detektors sollte deshalb immer nur als Hinweis gelten. Für eine faire Einschätzung ist es sinnvoll, die oben genannten Punkte zu berücksichtigen.

Bei jedem der genannten KI-Detektoren habe ich einen kleinen Test durchgeführt. Das soll dir nur einen ersten Eindruck vermitteln, ob der KI-Detektor die KI-Texte bei mir erkannt hat. Ich habe mich auf die kostenlos verfügbaren Detektoren ohne Registrierung beschränkt.

GPTZero:

Der Anbieter bezeichnet seinen Dienst selbst als marktführenden KI-Detektor und verweist auf mehr als zehn Millionen Nutzer sowie den Einsatz in Schulen, Unternehmen, Verlagen und anderen Organisationen. Solche Angaben klingen zunächst überzeugend, sagen aber noch nichts darüber aus, wie zuverlässig einzelne Ergebnisse tatsächlich sind. ➥ Link zu GPTZero

Ergebnis Schaubild - GPTZero KI-Texterkennung

Copyleaks:

Die Ergebnisse haben mich echt erstaunt. Sie waren zu 100 % richtig. Copyleaks ist ein KI-Textdetektor, der vollständig oder teilweise KI-generierte Inhalte erkennen soll. Das Tool unterstützt mehr als 30 Sprachen und Texte verschiedener KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini und Claude. Nach Angaben des Anbieters liegt die Erkennungsgenauigkeit bei über 99 Prozent.

Ergebnis Schaubild - Copyleaks KI-Texterkennung

Es kommt mir so vor, dass die kostenlose Version etwas übertrieben reagiert. 100 % durch KI geschrieben taucht sehr häufig auf. Kleinere Prozentsätze scheint es nicht zu geben. Angezeigt wird darüber hinaus, dass eine bestimmte Anzahl von Phrasen gefunden wurde. Will man sich die ansehen, muss man allerdings bezahlen. Mein Test mit einem zur Hälfte mit KI geschriebenen Text und der anderen Hälfte selbst geschrieben hat auch 100 % KI-Text ergeben. ➥ Link zum Anbieter.


quillbot:

Das Tool bietet eine ganze Menge mehr als nur die KI-Texterkennung. Plagiatsprüfung, normaler Chat, Text umschreiben und noch vieles mehr. Der erkannte KI-Text wird markiert und du kannst ihn durch die KI umformulieren lassen. Sozusagen der Versuch, die KI-Erkennung durch die KI zu verringern. Schon lustig, was die heutige Entwicklung uns bringt. Hier der ➥ Link zum Selbertesten.

Ergebnis Schaubild - QuillBot KI-Texterkennung

Scribbr:

Bei diesem Anbieter konnte ich zwar den Test starten, habe aber kein Ergebnis bekommen. Vielleicht war das nur ein vorübergehender Ausfall oder ich habe etwas falsch gemacht. In meinen früheren Tests hat Scribbr schlecht abgeschnitten. Hier der ➥ Link zum Anbieter.


Sapling AI Detector:

Ein übersichtliches Werkzeug für kürzere Texte. Es zeigt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit der gesamte Text und einzelne Sätze von einer KI stammen könnten. Interessanterweise wird der KI-Text „Fake“ genannt. ➥ Link zum Anbieter.

Ergebnis Schaubild - Sapling KI-Texterkennung

ZeroGPT:

Ein kostenlos nutzbarer Detektor, der verdächtige Stellen markieren kann. Wegen des ähnlichen Namens sollte ZeroGPT nicht mit GPTZero verwechselt werden. Bei meinem Test hat der KI-Detektor versagt. ➥ Link zum Anbieter.

Ergebnis Schaubild - ZeroGPT KI-Texterkennung

Hinweis: Die Ergebnisse sind nur meine kurzen Tests und sagen nichts über die „objektive“ Leistungsfähigkeit der genannten Tools aus. Diese solltest du einmal selbst prüfen.

Fazit: KI-Texte lassen sich nur eingeschränkt erkennen


Meine Tests mit KI-Detektoren haben häufig falsche oder widersprüchliche Ergebnisse geliefert. Deshalb verlasse ich mich beim Lesen eher auf meine eigene Erfahrung mit KI-Texten.

Dabei kann ich natürlich falschliegen. Das finde ich aber nicht besonders problematisch. Wenn ein Text für mich gut, verständlich und passend ist, erfüllt er seinen Zweck, auch wenn er möglicherweise von einer KI geschrieben wurde.

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Sebastian Raßmann, Facebook Kommentar

vor 3 Jahren

Die Idee KI-Texte zu erkennen halte ich auch für einen Rückschritt in der Technik. Wenn man genau drüber nachdenkt, muss es für einen Computer nahezu unmöglich sein, zu erkennen, ob ein Text KI-basiert geschrieben wurde oder nicht, da die Trainingsdaten ja keine Random Rohdaten sind, sondern Bücher, Texte und andere im Internet verfügbaren Textmuster, die allesamt durch Menschen geschrieben wurden.

Dann zu versuchen, den Temperatur Faktor, sprich die Varianz irgendwie auszugleichen, um dann noch zu unterscheiden ob der Text, der nunmal auf menschlichen Texten basiert - maschinenerzeugt wurde - ist meiner Meinung nach eine ganz stupide Idee.

Genausogut könnte man versuchen zu erkennen, ob eine Kartoffel via Sähmaschine gesät und mit einem Roboter geertnet wurde, oder ob sie von Hand in den Acker kam und von dort auf den Tisch. Auch hier stellt sich die Frage: Welche Relevanz hätte das Ergebnis? Ob nun ein Text KI-basiert ist, oder von einem Mensch geschrieben wurde ist doch völlig irrelevant, wenn es um die Transportation von Inhalten geht.

Im schulischen Kontext muss eben nun eine andere Methodik verwendet werden, und man muss eben abrücken vom reinen "Schreibe mindestens 15 Seiten inhalt, um zu beweisen, dass du dich mit dem Thema beschäftigt hast". Genauso, wie Smartphones, Ipads oder smartboards inzwischen fester Bestandteil des Unterrichts geworden sind, da reine "Wissensfragen" in Zeiten von Google nunmal irrelevant geworden sind.

Keiner muss aus dem Kopf wissen, wohin die Oder fließt oder wann Djingis Khan durch die Mongolei geritten ist, wenn ich das mit 10 Sekunden googlen in Erfahrung bringen kann. Viel wichtiger ist da zu lernen, wie man den Umgang mit diesen neuen Medien schult und vor allem in der Lage ist Informationen daraus zu gewinnen.


Burkhard

vor 3 Jahren

Vielen Dank für deinen Kommentar zu meinem Facebookpost zu diesem Thema und die Anregungen, wie man mit diesem Thema umgehen kann.