▸ Inhaltsnachweise (Content Credentials) und digitale Inhalte

Künstlich generierte Inhalte sind mittlerweile an der Tagesordnung. Sei es KI-Bilder oder Texte. Doch wie können wir die Echtheit der digitalen Inhalte feststellen? Hier kommen Content Credentials (Inhaltsnachweise) ins Spiel – eine neue Technologie, die darauf abzielt, das Vertrauen in digitale Medien zu stärken, indem sie deren Ursprung und Bearbeitungsgeschichte transparent macht.

Das Ganze befindet sich noch in der Anfangsphase, aber das Thema und wie das versucht wird, ist interessant. Und es gibt eine Website, bei der du beispielsweise die Bilder prüfen kannst. Doch schau selbst.

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Was sind Content Credentials / Inhaltsnachweise ?

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Content Credentials sind ein Set von Standardtechnologien, die entwickelt wurden, um den Schutz digitaler Inhalte zu verbessern, indem sie die Herkunft und Bearbeitung von digitalen Online-Inhalten nachvollziehbar machen.

Diese Technologie ermöglicht es Menschen oder Unternehmen, die diese Inhalte erstellen, Herkunftsdaten hinzuzufügen.

Demnächst werden wir wohl ein entsprechendes Symbol in den Bildern finden, auf das wir dann klicken können. Und schon erhalten wir Informationen über diesen digitalen Inhalt. So könnte das ausschauen. Ich habe solche Bilder noch nicht gesehen, aber warten wir es ab.

Conten Credentials Beispielfoto

Rechts oben das Symbol und wenn du darauf klickst öffnet sich das Fenster mit dem Informationen.

Fehlt ein solches Zeichen, kannst du eine spezielle Website nutzen, um dies zu überprüfen. Sofern verfügbar, erhältst du dort Informationen über das Bild oder den digitalen Inhalt. Auf der Website von ➥Content Credentials lädst du einfach das Bild hoch und klickst auf den Button zur Überprüfung. Das Ergebnis wird übersichtlich dargestellt – ich habe die Informationen nebeneinander angeordnet, um die Lesbarkeit zu verbessern.

Ergebnis Content Credentials Prüfung

In diesem Beispiel habe ich das Bild durch Adobe Firefly generieren lassen. Danach habe ich es mit Photoshop bearbeitet, konvertiert und verkleinert. Die Content Credentials sind trotzdem erhalten geblieben. Das Prüfergebnis sagt mir, dass mindestens ein Teil des Bildes durch die KI generiert wurde und mehrere Inhalte hat. Auch die Werkzeuge, in diesem Fall Adobe Firefly und Photoshop wurden erkannt. Wirklich erstaunlich.

Die Content Credentials wurden auf Initiative von Adobe eingeführt. Ob sich das durchsetzt, hängt natürlich von den Partnern ab, die die KI-Inhalte erstellen. Ein paar Unternehmen haben sich bereits gefunden, unter anderem Microsoft mit dem KI-Image-Creator, Leica, Nikon und Adobe selbst natürlich.

Wie funktionieren Content Credentials?

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Die Content Credentials-Technologie bietet verschiedene Funktionen:

Nachverfolgung von Bearbeitungen in Adobe Photoshop:
Diese Funktion erfasst Bearbeitungen und Informationen zum Urheber eines Bildes, die beim Export angehängt werden können. Adobe hat auf Youtube ein kurzes ➥Video zum Thema Content Credentials veröffentlicht. Es zeigt dir, wie das Ganze ausschaut und wie du das bei der Bearbeitung mit der Software zukünftig machen kannst.

Prüfung von Inhalten:
Über eine ➥spezielle Website kann die Authentizität und Bearbeitungsgeschichte von Inhalten überprüft werden. Das habe ich ja schon oben beschrieben.

Digitale Wasserzeichen und das sogenannte C2PA Manifest sind wie ein geheimer Code, der in Bilder und Videos eingebaut wird. Sie verraten, woher diese kommen und ob sie verändert wurden. Stell dir vor, das Wasserzeichen ist ein unsichtbares Etikett, das an einem Bild klebt. Es hilft uns zu erkennen, ob das Bild echt ist oder ob jemand es verändert hat.

Für technisch Interessierte gibt es die ➥C2PA Technical Specifications. Eine umfangreiche englischsprachige Definition und Beschreibung.

In einer Welt, in der KI-Inhalte immer häufiger werden, sind bestimmte Werkzeuge sehr wertvoll. Diese Tools können die Herkunft und Echtheit von Inhalten bestätigen.

Die Content Credentials sind hier ein guter Anfang. Sie ermöglichen Kreativen, ihre Werke und deren Authentizität zu schützen. Gleichzeitig erleichtern sie es uns, die Glaubwürdigkeit von Informationen zu beurteilen. So können wir besser entscheiden, welchen Inhalten wir vertrauen.

Fazit und Zusammenfassung

Icon Fazit

Content Credentials sind meiner Meinung nach ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Vertrauens in digitale Medien. Sie bieten eine transparente Methode, um die Herkunft und Bearbeitungsgeschichte von digitalen Inhalten zu verfolgen.

Doch das Ganze steht und fällt mit der Verbreitung und Nutzung durch Unternehmen und Dienstleistern. Wenn nur ein kleiner Teil der veröffentlichten digitalen Inhalte solche Content Credentials haben, ist der Nutzen zwangsläufig gering.

Adobe und Microsoft sind zwar große Unternehmen, die das unterstützen, aber es gibt noch unzählige weitere Anbieter, die digitale Inhalte generieren.

Kurz gesagt: Content Credentials helfen uns zu erkennen, was echt ist und was nicht. Ich hoffe, sie werden umfangreich genutzt werden und uns so eine Möglichkeit bieten, digitale Inhalte zu erkennen und die Herkunft zu bewerten.



Dirk

vor 2 Monaten

Vielen Dank für die Zusammenfassung. Ein interessantes vor allem weites Thema. Wo fängt KI bei Fotos an? Wenn die Kamera oder eine App das Foto verbessert? Wenn ja, welche Veränderung? Cropen vielleicht nicht aber Farben ändern schon. EXIF Daten lassen sich ändern aber so ein Wasserzeichen nicht. Was beinhaltet das Wasserzeichen für Informationen? Auslesbar oder versteckt. Auch gut bei der Verifikation um herauszufinden wann und wo ein Foto gemacht wurde. Kann nur unangenehm für den Fotografen werden, z.B. Aufnahmen bei Unruhen (Taiwan, Myanmar, oder Gaza). Dann kommt der Geheimdienst schneller als man denkt...


Burkhard

vor 2 Monaten

Danke für deinen Meinung und Kommentar. So wie ich das verstanden habe, kann die Person, die das Bild macht oder bearbeitet selbst entscheiden, ob sie ein Wasserzeichen hinzufügen will.


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