KI im Alltag

Reasoning: bessere Prompts für bessere KI-Antworten

Durch den Einsatz von Reasoning in Chatbots sollen bessere und nachvollziehbarere Antworten bereitgestellt werden. Das hat allerdings auch einen Haken. Dieses Nachdenken kostet mehr Zeit und Rechenleistung. Da fragst du dich bestimmt: Wann lohnt sich die Nutzung der Reasoning-Funktion wirklich und wann ist sie eher überflüssig?

In diesem Artikel zeige ich dir die Unterschiede zwischen Reasoning und schnellen Standardantworten. Du erfährst, für welche Aufgaben sich Reasoning eignet und wie du deine Prompts am besten formulierst. So kannst du für jede Aufgabe den passenden Modus auswählen, statt einfach „mehr Denken“ zu aktivieren.

(Letzte Aktualisierung: 07.02.26)
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Was sind Reasoning-Modelle?


Der Begriff „Reasoning-Modell” bezeichnet keine eigenständige Art von KI, sondern eine spezielle Ausrichtung von Sprachmodellen. Der Fokus liegt dabei auf strukturiertem Denken, logischen Schlussfolgerungen und der Abwägung mehrdeutiger Informationen.

Im Gegensatz dazu sind klassische Modelle auf schnelle und ressourcenschonende Antworten ausgelegt. Sie eignen sich besonders gut für einfache Fragen, kurze Texte oder kreative Aufgaben, bei denen es weniger auf genaue Ergebnisse ankommt.

Roboter denkt

Reasoning-Ansätze benötigen mehr Rechenzeit für die Analyse und Planung, während schnelle Modelle direkt antworten. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist die jeweilige Aufgabe.

Antworten aus einem Reasoning-Modus fallen oft dadurch auf, dass die KI ihre Entscheidungen ausführlicher begründet. Das wirkt auf den ersten Blick so, als könne man den Gedankengang des Chatbots direkt mitverfolgen.

Wichtig zu verstehen ▼

Es werden keine internen Denkprozesse im technischen Sinn angezeigt, sondern zusätzliche, erklärende Begründungen, die das Modell formuliert. Sie helfen dabei, die Antwort besser nachzuvollziehen und einzuordnen, sind aber nicht mit echten „Gedanken” gleichzusetzen.

Fast alle großen Chatbot-Anbieter haben eine Reasoning-Funktion integriert. Meistens findest du neben dem Eingabefeld einen kleinen Button mit der Aufschrift „Deep oder Thinking“. Manchmal musst du dich jedoch erst für ein entsprechendes Modell entscheiden. In der kostenlosen Version ist die Reasoning-Funktion meist eingeschränkt und du kannst nur eine bestimmte Anzahl von Anfragen pro Tag stellen.


Wann sollte man die Reasoning-Funktion verwenden?


Der Reasoning-Modus ist besonders dann geeignet, wenn es nicht nur um eine schnelle Antwort, sondern auch um Verständnis, Einordnung und Genauigkeit geht.

Typische Einsatzbereiche sind:

Gerade bei Aufgaben, bei denen mehrere Interpretationen möglich sind, solltest du die Reasoning-Funktion nutzen.


Wie sollten die Prompts beim Reasoning aussehen?


Beim Reasoning solltest du auf die Prompt-Gestaltung achten, denn sie unterscheidet sich von der schnellen und nicht nachdenkenden Variante.

Lange Anweisungen wie „Denke Schritt für Schritt“ sind nicht erforderlich. Der Analyse-Teil ist bereits fester Bestandteil dieses Modus. Es ist daher sinnvoll, das Ziel der Aufgabe klar zu formulieren und den nötigen Zusammenhang bereitzustellen.

Eine einfache Faustregel lautet: Beschreibe, was du erreichen möchtest, nicht wie die KI vorgehen soll.

In der Regel reichen klare Absätze, eindeutige Fragestellungen und eine saubere Struktur aus, um gute Ergebnisse zu erzielen. Schauen wir uns das anhand eines Beispiels an.

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Klassischer, überladener Prompt: Denke Schritt für Schritt. Analysiere zuerst alle möglichen Optionen. Erkläre jeden einzelnen Gedankengang ausführlich. Am Ende möchte ich eine Entscheidungshilfe.

Ich überlege, ob ich einen Newsletter wöchentlich oder monatlich verschicken soll. Was ist besser?

Typisches Ergebnis: Lange Antwort, viele Erklärungen, aber wenig Fokus auf die eigentliche Entscheidung. Und nun, wie den Prompt für ein „denkendes“ Sprachmodell verwenden kannst.

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Prompt für das Reasoning: Ich möchte entscheiden, ob ein Newsletter besser wöchentlich oder monatlich verschickt werden sollte. Die Rahmenbedingungen sind:
1. Zielgruppe: Privatpersonen,
2. wenig Zeit für die Erstellung,
3. Ziel: regelmäßig sichtbar bleiben, ohne zu überfordern

Bitte gib mir eine begründete Empfehlung.

Typisches Ergebnis: Eine strukturierte, abgewogene Antwort mit klarer Empfehlung und nachvollziehbarer Begründung.


Die wichtigsten Unterschiede: Reasoning vs. Standard


MerkmalReasoning-ModellStandard-Modus
Ziel
Reasoning-Modell : Schwierige Aufgaben korrekt durchdenken
Standard-Modus : Schnelle, direkte Antworten für Alltagsthemen

Antwort
Reasoning-Modell : Meist langsamer (mehr Rechen-/Denkaufwand)
Standard-Modus : Meist schneller

Qualität
Reasoning-Modell : Oft besser bei Mathe, Logik, kniffligen Abwägungen, mehrstufigen Problemen
Standard-Modus : Oft gut bei einfachen bis mittleren Aufgaben

Struktur
Reasoning-Modell : Häufig strukturierter: Schritte, Kriterien, saubere Herleitung
Standard-Modus : Häufig kompakter und „aus einem Guss“

Stil
Reasoning-Modell : Tendenziell sachlicher, stärker auf Korrektheit optimiert
Standard-Modus : Oft freier im Stil, teils „lockerere“ Formulierungen

Detailgrad
Reasoning-Modell : Eher ausführlicher, wenn die Aufgabe es verlangt
Standard-Modus : Eher kürzer, sofern nicht anders gewünscht

Fehlertypen
Reasoning-Modell : Weniger Flüchtigkeitsfehler bei mehrstufigen Aufgaben, aber kann trotzdem falsch liegen
Standard-Modus : Eher anfällig bei Ketten aus Teilschritten (z. B. Rechenwege, Logikfallen)

Geeignete Aufgaben
Reasoning-Modell : Logikrätsel, Programmierung, komplexe Analysen, Entscheidungen mit Kriterien, längere Planungen
Standard-Modus : Zusammenfassungen, einfache Erklärungen, Texte umformulieren, Ideen sammeln, kurze Recherchen

Kosten
Reasoning-Modell : Häufig „teurer“ (mehr Ressourcen) und ggf. stärker limitiert
Standard-Modus : Häufig „günstiger“ und breiter verfügbar

Erlebnis
Reasoning-Modell : Kann „gründlicher“ wirken
Standard-Modus : Wirkt „flüssiger“ und spontaner


Fazit und Zusammenfassung


Die Reasoning-Funktion ist keine Alternative zu schnellen Standardantworten, sondern eine Ergänzung. Sie ist insbesondere bei analytischen, strukturierten und erklärungsbedürftigen Aufgaben sinnvoll.

Wenn du etwas mehr Zeit für die Antwort einplanst, erhältst du in vielen Fällen nachvollziehbarere und bessere Ergebnisse. Gerade für Faktenchecks, Entscheidungsfindungen oder komplexe Fragestellungen lohnt sich der Einsatz.

Am besten lässt sich der Unterschied durch Ausprobieren verstehen. Je nach Aufgabe zeigt sich schnell, welcher Modus besser passt.


Häufig gestellte Fragen (FAQs)


Was ist der der Unterschied zu normalen KI-Antworten?
Normale Antworten sind schnell, während Reasoning-Antworten ausführlicher und besser begründet sind.

Ist Reasoning ein eigenes KI-Modell?
Nein, meist handelt es sich um einen speziellen Denk- oder Analysemodus moderner Sprachmodelle.

Wann sollte ich Reasoning verwenden?
Bei mehrdeutigen Fragen, Faktenchecks, Entscheidungen oder der Analyse größerer Inhalte.

Sind Reasoning-Antworten immer richtig?
Nein, sie sind oft nur nachvollziehbarer und können weiterhin Fehler enthalten.

Warum dauern Reasoning-Antworten länger?
Das Modell analysiert die Aufgabe gründlicher und strukturiert die Antwort stärker.

Kann ich die „Gedanken“ der KI sehen?
Nein, es werden nur die erklärenden Begründungen angezeigt, nicht die internen Denkprozesse.

Muss ich Prompts anders formulieren?
Das musst du nicht. Es ist allerdings sinnvoll, zu beschreiben, was du brauchst, nicht, wie die KI denken soll.

Ist Reasoning nur für Technik-Themen geeignet?
Nein, es eignet sich für viele analytische Aufgaben, auch im Alltag.


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